Es ist total befremdlich, wie viel Energie der Film darauf verwendet, diese Wehrmachtssoldaten zu entpolitisieren – bis hin zu Sprüchen wie „Keine Politik in meinem Panzer" und „Wir haben nur Befehle ausgeführt". Es ist schon bemerkenswert, dass der Regisseur nach NAPOLA schon wieder einen Haufen junger Männer gefunden hat, in denen keiner ein ausgemachter Nazi gewesen zu sein scheint.

Nun ließe sich argumentieren, dass der Film genau diese Ausflüchte ins vermeintliche Mitläufertum zerlegen will und sehr wohl mindestens einen Nazinazi zeigt, der mit seiner fadenscheinigen Argumentation, mit seinen Taten und deren Folgen konfrontiert und dadurch sein Abstieg in die Hölle eingeläutet wird.

Dafür steht sich der Film mit seiner eigenen effekthascherischen Struktur und der gewählten Erzählperspektive jedoch selbst im Weg. Es mag nicht unbedingt ein fairer Vergleich sein, aber DER TIGER ist inszeniert, als ob es Elem Klimows KOMM UND SIEH nie gegeben hätte.

★☆☆☆☆

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