Gesehen: Companion (2025) - 15 Jahre zu spät

Der Name der Hauptfigur, Iris, ist ein Anagramm von Siri. Das sagt eigentlich schon alles darüber, was von diesem Film zu erwarten ist.
In der Ausgestaltung seiner Figuren, Themen und Motive ist dieser Film irgendwo zwischen zehn und 15 Jahren zu spät dran. Damals hätte die Frage nach einem selbstbestimmten Leben für fühlende Maschinen vielleicht noch ein laues Kaminfeuer entfacht. Aber selbst das ist in dieser Form allerspätestens seit BLADE RUNNER (1982) durchexerziert und verlangt heute unbedingt nach einer mindestens zeitgemäßeren, wünschenswerter Weise jedoch visionäreren Auseinandersetzung.
Immerhin wird hier nicht das alte Bild der durchknallenden Android:innen bedient, sondern gewissermaßen mit einem Sujet gespielt, das ein Echo unserer Welt ist: Kann eine Technologie inhärent gut oder schlecht sein oder sind es die Menschen, die darüber durch die entsprechende Nutzung entscheiden?
Das übergeordnete Problem ist jedoch, dass dieses Drehbuch keinen Faden konsequent durchdenkt. So binden ein paar pseudophilosophische Fragen die Aufmerksamkeit, während sich im Hintergrund alle ständig selbst auf die Füße treten.
Sich parallel zu alledem auch noch den Emanzipationsstempel aufzudrücken, wirkt wie ein billiges Ablenkungsmanöver von den tatsächlich eklatanten Schwächen des Films.
COMPANION ist nicht brutal schlecht, aber er ist egal. All das ist aggressives Mittelmaß.
★★½☆☆

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