Gesehen: The Grifters (1990)

Der einzige Grift, den diese drei Menschen wirklich beherrschen, wie kein:e Zweite:r, ist der Grift sich selbst gegenüber. Die drei machen sich vor, ihr Leben im Griff zu haben, am Steuer zu sitzen, die Kontrolle über all ihr Handeln zu haben. Daran halten sie sich fest, weil es keine Alternative gibt.
Letztlich ist der Grift wie eine Drogensucht: Nur, weil du dir die Spritze selbst in die Vene setzt, hast du noch lange keine Kontrolle. Im Gegenteil, die Droge hat längst dein Ruder in der Hand. Die wiederum tanzt sozusagen nach den Pfeifen der Dealer:innen und die im Rückschluss nach den Pfeifen der Kartelle.
Cui bono? Den Grifter:innen selbst jedenfalls nicht. Wer griftet, wird ausgebeutet. Wer griften lässt, hat die Kontrolle.
Damit ist THE GRIFTERS eine tieftraurige Geschichte über Menschen, die einfach nicht (mehr) aus ihrer Haut können und sich dessen wahrscheinlich schon lange nicht mehr auch nur ansatzweise bewusst sind.
Der Film ist zwar konsequent und finster, zerfasert nur leider an vielen Ecken und versucht diese Fransen schließlich mit Schlagfertigkeit und aufspielender Coolness unter den Teppich zu kehren.
★★★☆☆
Der Film steht noch bis zum 01. April 2025 in der Arte-Mediathek:

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