Gesehen: Wasp

Bei sozialem Realismus aus dem Herzen Englands ist ein Vergleich mit Ken Loach eigentlich unumgänglich. Dem hält Andrea Arnold mit Leichtigkeit stand und findet hier eindeutig eine eigene Handschrift – vor allem durch die im allerbesten Sinne penetrante Handkamera. Die schafft einen filmischen Kontext für den Stress, unter dem in Armut lebende Menschen stehen. Die Kinder müssen ernährt werden, brauchen Kleidung und Dinge für die Schule, während die Werbung ihnen das Gefühl vermittelt, nie genug zu haben, immer mehr zu brauchen, was den sozialen und finanziellen Druck nur noch weiter erhöht. Und wo bleibt da eigentlich noch Raum, selbst in Würde Mensch, wenn gleichzeitig noch gesellschaftlichen Erwartungen ins Bild rücken, die finanziell jedoch realistisch nicht erfüllbar sind. Es folgt soziale Isolation und die Spirale dreht sich immer weiter abwärts.

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